Die Idee

Träumen unter Apfelbäumen

Foto: Will Hardy

Durch gemeinschaftliches bürgerschaftliches Engagement möchten wir für einen verantwortungs- und genussvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren und den Dialog zwischen den Kulturen fördern.

Gemeinschaftsbildung. Ein gemeinsames lokales Projekt ermöglicht Bürgern einer Nachbarschaft die Anonymität der Großstadt zu durchbrechen. Durch die gemeinsame Arbeit lernen sich Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen kennen und gestalten zusammen ihr unmittelbares Lebensumfeld. Wir erwarten dadurch gemeinschaftliche, integrative Impulse für den Kiez – und sind überzeugt, dass so eine neue Art von Verantwortungsbewusstsein und Partizipation wachsen kann.

Nachhaltigkeitsbewusstsein fördern. Obstbäume in einen Stadtteilpark zu pflanzen ist ein sehr konkreter Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebensweise. Die Produktion von natürlichen Lebensmitteln dort, wo sie verbraucht werden, spart den Transport und vermindert den CO2-Ausstoß. Darüber hinaus fördert das Projekt die Unabhängigkeit und damit die Widerstandsfähigkeit der lokalen Wirtschaft. Das Projekt wird bewusst auf die lokalen und globalen Zusammenhänge von Lebensweise, Klimawandel und Ressourcenknappheit aufmerksam machen. Wir wünschen uns nachbarschaftliche Folgeprojekte mit mehr Obst und Gemüse in der Stadt.

Solidarische Ökonomie. Hinter der Idee „Obstbäume für alle“ steht auch eine neue Vorstellung von Eigentum, bzw. die Wiedereinführung des Gemeinde-Eigentums (Allmende). Es handelt sich um ein soziales Experiment, dass eine neue Wirtschaftsform spielerisch erprobt.  Der Baum, den ich pflanze oder pflege, gehört nicht mir, sondern der Gemeinschaft – jeder darf ernten.  Außerdem  erfordert dieses nachhaltige Projekt Geduld und Fantasie, denn die Früchte der eigenen Pflanzarbeit werden erst in ein paar Jahren zum Tragen kommen. Dank der Vernetzung mit anderen Initiativen werden wir in der Zwischenzeit mit allen Interessierten auf existierenden Streuobstwiesen im Umland ernten.

Dialog zwischen den Kulturen stärken. Die Teilbewirtschaftung des Görlitzer Parks durch die Anwohner eines Kiezes, der einen großen Anteil an Migranten – insbesondere türkeistämmiger – hat, ermöglicht ein Zusammentreffen und Austausch zwischen den Kulturen auf sehr natürliche Weise. Mit dem Türkisch-Deutschen Umweltzentrum haben wir einen Partner, der in der türkeistämmigen Community sehr gut vernetzt ist: damit können wir von Anfang an, mehrere Kulturkreise aktiv ansprechen, um gemeinsam das Projekt zu planen und durchzuführen.

Wen wir mit unserem Projekt ansprechen wollen

Wir möchten mit diesem Projekt vor allem unsere Nachbarn – die Anwohner des Görlitzer Parks ansprechen: alle, die den Park nutzen und ihn verschönern wollen; alle, die in ihrer Freizeit gerne etwas Kreatives machen wollen; alle, die in ihrer Nachbarschaft andere Menschen kennen lernen wollen; alle, die die Hoffnung verloren haben, dass doch noch was geht.

Auswahl von Sorten und Standorten/Permakultur. Wir werden alte, robuste Sorten anpflanzen, deren Früchte im Supermarkt nicht mehr zu kaufen sind. Wir wollen ein Schaugarten sein, der die Vielfalt zeigt – verschiedene Apfelsorten, die von August bis November reifen. Andere bei uns heimische Obstsorten werden auch angebaut, z.B. Birnen, Pflaumen und Kirschen. Die Standorte sind zur Zeit im Gespräch.

Obstbaumlehrpfad. Bei den Obstbäumen werden Schautafeln (auf Deutsch, Türkisch und Englisch) Auskunft geben über die verschiedenen Arten und Sorten, ihre Geschichte und ihre Verbreitung.

Warum das Projekt gerade in Berlin funktioniert

Im Zentrum von Berlin wohnen die meisten Menschen in Wohnungen ohne Garten. Öffentliche Obstbaumwiesen in der Innenstadt sind gar nicht vorhanden. Wir wollen gerade den Stadtbewohnern den Zugang zu selbst gepflückten Äpfeln und Birnen ermöglichen und ihnen eine unterhaltsame und die Sinne ansprechende Schnittstelle bieten. Dadurch möchten wir zur Bildung und Entwicklung neuer nachbarschaftlicher Beziehungen über alle Unterschiede hinweg beitragen.

Apple tree planting in Görlitzer Park in March 2011
by Maria Koehne
© Berlin 2011
Creative Commons: Prelinger Archives
Transl.: Jason Kirkpatrick
www.koehnefilm.de

Und als Inspiration: Essbare Landschaften in Andernach:

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